Marienkapelle Nittingen

Marienkapelle Nittingen

Marienkapelle Nittingen

Der zur Pfarrei St. Sebastian in Oettingen gehörende Ortsteil Nittingen hat neben einer Feld­kapelle an der Stra­ße nach Oettingen eine sehr schöne Marienkapelle, deren Ursprünge sich bis in das Jahr 1767 zurückverfolgen lassen. Sie liegt leicht erhöht mitten im Ort und lädt Beter aus Nah und Fern zur Andacht ein. Mittelpunkt des Hochaltars ist ein klassizistisches Ölgemälde der Muttergottes mit Kind, flankiert von zwei Holzskulpturen des heiligen Josef und des heiligen Sebastian. Im Schiff hängt ein Kreuz und ein Gnadenbild der Muttergottes mit Kind in reich besticktem Brokatgewand. Der Förderverein Marienkapelle Nittingen hat die wertvollen Kreuzwegstationen an den Seitenwänden renovieren lassen, die als kleine Ölgemälde auf Leinwand gemalt  und mit kunstvollen Rahmen versehen sind. Im Turm läuten zwei Glocken. Außerdem treibt eine eigene Turmuhr die Uhrzeiger und das Schlagwerk an. Am Wochenende 25. / 26. Mai 2013 hat der Förderverein sein 10-jähriges Gründungsjubiläum mit einem Festgottesdienst in der Marienkapelle, mit Bewirtung in der Festhalle und einem Festvortrag von Herrn Kreisheimatpfleger Herbert Dettweiler gebührend gefeiert.

Marienkapelle - Hochaltar

Marienkapelle – Hochaltar

In seinem „Streifzug durch die Geschichte Nittingens“ aus dem Jahr 1980 schreibt Dr. Josef Hopfenzitz: „Nittingen gehörte wie alle Ruggerichtsorte bis auf Lehmingen zum eichstättischen Pfarrverband Ehingen. In diesen Orten gab es der Kirche gewidmete Güter, die der Unterhaltung der Mutterkirche und der Geistlichen dienten. Der in Nittingen „Kirchenlehen“ genannte Besitz bei Hausnummer 2 in der Nachbarschaft der heutigen Marienkapelle dürfte schon auf die Gründungszeit der Urpfarrei Ehingen zurückgehen. Er umfasste 23 Morgen und wurde 1312 der seit diesem Jahr selbständigen Pfarrei St. Jakob in Oettingen zugeordnet. In der Reformation blieb Nittingen katholisch. In der Dreiteilung des Wallersteiner Grafschaftsanteiles in die Linien Baldern, Wallerstein und Spielberg kam Nittingen zur letzteren.“  In der Chronik der Familie Hopfenzitz  aus dem Jahr 1990 ist zu lesen, dass der Bauer Xaver Löfflad, ein Vorfahr der heute noch auf dem Hof sitzenden Familie Hopfenzitz, 1767 auf seinem Spitzacker einen Schatz fand und, da sich dafür niemand als Eigentümer  meldete, das Geld für die Kapelle stiftete.  

Urkunde von 1901 über die Erlaubnis zur Messfeier in Nittingen

Urkunde von 1901 über die Erlaubnis zur Messfeier in Nittingen

In der Marienkapelle Nittingen finden in regelmäßigen Abständen Gottesdienste statt, wie etwa vor Weihnachten oder anlässlich des Bittgangs vor Christi Himmelfahrt. Der Generalvikar der Diözese Augsburg hat seit dem Jahr 1901 seine Erlaubnis zur Feier der heiligen Messe auf dem konsekrierten Altar der Filialkapelle in Nittingen urkundlich beglaubigt. Vor 100 Jahren musste eine diesbezügliche Erlaubnis noch alle 10 Jahre neu beantragt und vom Generalvikar gewährt werden. Noch im Jahr 1971 ist in den Akten eine jährliche “Hirtenmesse” im Frühjahr und eine “Erntedankmesse” im Herbst belegt.

 

Marienkapelle Nittingen - Foto H. Engel

Marienkapelle Nittingen – Foto H. Engel