Bilde unser Herz nach deinem Herzen

Herz Jesu

Herz Jesu

Im Jahr 1899 hat der damalige Papst Leo XIII. zur Vorbereitung auf das Heilige Jahr 1900 die Weihe der Menschheit an das Heiligste Herz Jesu vollzogen. Heutzutage klingt das wie aus der Zeit gefallen. Wer von uns könnte im Jahr 2022 noch etwas anfangen mit der damals so beliebten und weit verbreiteten Herz-Jesu-Verehrung? Immerhin: So ganz erloschen ist das Herz Jesu noch nicht. Wenn Jugendliche in ihrer Umwelt auffallen oder provozieren möchten, dann bestellen sie im Internet T-Shirts mit so ausgefallenen Motiven wie dieser Herz-Jesu-Darstellung. Weiterlesen

Lebendiges Gottesbewusstsein

Lautenspieler mit Wechselkopf - Japan um 1930

Lautenspieler mit Wechselkopf – Japan um 1930

Netsuke sind kleine geschnitzte Figuren aus Japan. Als Kind bewunderte ich in der Vitrine unserer Nachbarsfamilie eine Sammlung dieser Kunstwerke. Eine dieser Figuren aus Elfenbein ist mir besonders nachdrücklich in Erinnerung geblieben. Es war eine so genannte Wechselkopffigur. In die Kopfpartie war eine drehbare Kugel so eingearbeitet, dass die vordere Kugelhälfte ein freundlich lachendes Gesicht zeigte. Wenn man die Kugel mit dem Finger weiterdrehte, erschien wie von Zauberhand die Rückseite der Kugel mit einer dämonischen Fratze. Die Wechselkopffigur erscheint mir wie eine spiegelbildliche Darstellung des modernen Menschen, hin- und hergerissen zwischen übersteigertem Selbstwertgefühl auf der einen und fortschreitender Selbstentfremdung auf der anderen Seite. Weiterlesen

Betrachtungen zum Hymnus Veni Creator Spiritus

Gott Vater und Gott Heiliger Geist von Paolo Veronese (1528-1588)

Gott Vater und Gott Heiliger Geist von Paolo Veronese (1528-1588)

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein, besuch das Herz der Kinder dein: Die deine Macht erschaffen hat, erfülle nun mit deiner Gnad.

Ja, Kinder Gottes sind wir, sein Eigentum von Anfang an, Söhne und Töchter des Höchsten, Brüder und Schwestern in Christus, unserem Herrn. Gott, der mich erschaffen hat, möchte so gerne bei mir sein und mich auf allen Wegen meines Lebens begleiten. Gott haucht allem seinen Lebensatem ein und sorgt sich darum, dass nichts von allem, was er erschaffen hat, verloren geht. Das nenne ich Gnade: das Gefühl einer unerschütterlichen und unaufgebbaren Gewissheit, von Gottes liebevoller Gegenwart umhüllt zu sein, geborgen im Schatten seiner Flügel, innerlich gestärkt, aufgebaut und gefestigt durch ein lebendiges Gottesbewusstsein. Weiterlesen