Tragt in die Welt nun ein Licht

Der zerbrochene Krug

Der zerbrochene Krug

Der wohl berühmteste zerbrochene Krug stammt eindeutig von Heinrich v. Kleist (1777 – 1811). In seiner gleichnamigen Komödie aus dem Jahr 1808 muss der Dorfrichter Adam herausfinden, wer bei einem nächtlichen Schäferstündchen aus dem Fenster gesprungen ist und dabei einen wertvollen Tonkrug zerbrochen hat. Allerdings versucht der Dorfrichter alles, um die Verhandlung zu verschleiern, weil nämlich er selbst es war, der auf der Flucht den Krug vom Fensterbrett gestoßen hat. Generationen von Schülern haben dieses Stück als Pflichtlektüre in der Mittelstufe kennengelernt. Weiterlesen

Werdet wie die Kinder

Jesuskind (Oettingen um 1930)

Jesuskind (Oettingen um 1930)

Ich stöbere immer wieder gerne auf Kirchendachböden und in alten Sakristeischränken. Dabei ist mir im Laufe der Jahre aufgefallen, dass so gut wie jede Pfarrei schon immer eine Gipsfigur des heranwachsenden Jesuskindes besessen hat. Irgendwann im 19. Jahrhundert ist die Verehrung der Kindheit Jesu in solchen Figuren, mit leichtem morgenländischen Gewand, barfuß und mit ausgebreiteten Armen, mehr und mehr Gestalt geworden. Es gab sogar einen so genannten Kindheit-Jesu-Verein, wo Eltern ihr Kind anmelden konnten. Dann wurde zum Kinde Jesus gebetet, es wurden Andachten abgehalten und für Kinder in Not gespendet. Daraus entstand das so genannte Kindermissionswerk und später die Aktion Sternsinger des päpstlichen Kinderhilfswerks. Von der ursprünglichen Verehrung der Kindheit Jesu im 19. Jahrhundert ist leider nicht mehr viel übrig geblieben. Weiterlesen

Der Wächter sehr hoch auf der Zinne

Der Grabwächter von St. Margareta in Laub

Der Grabwächter von St. Margareta in Laub

Im Jahr 1599 schuf Philipp Nicolai (1556-1608) das Adventslied “Wachet auf, ruft uns die Stimme.” Dort heißt es: “Wachet auf, ruft uns die Stimme, der Wächter sehr hoch auf der Zinne. Wach auf, du Stadt Jerusalem. Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut’gam kommt. Steht auf, die Lampen nehmt. Halleluja. Macht euch bereit zu der Hochzeit! Ihr müsset ihm entgegen geh’n.“ Das Lied spielt auf das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen an. Nur fünf von ihnen waren bereit, dem Bräutigam Jesus Christus mit brennenden Lampen entgegenzugehen. Die Lampen der fünf anderen Jungfrauen waren leer. So weit, so gut. Aber wie kann ich mir den “Wächter auf der Zinne” vorstellen? Weiterlesen