Nächstenliebe in Corona-Zeiten

Jesus, bilde unser Herz nach deinem Herzen!

Jesus, bilde unser Herz nach deinem Herzen!

Am 14. Oktober 2020 sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland: „Die An­sagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwen­den. Es reicht einfach nicht, was wir hier machen. Die Grund­stimmung ist, dass sich jedes Land ein kleines Schlupf­loch sucht. Das ist das, was mich bekümmert.“ Offensichtlich stehen wir in diesen Tagen vor dem Ernstfall der viel zitierten Nächsten­liebe. Denn wem es damit ernst ist, seinen Nächsten so zu lieben wie sich selbst, der bemüht sich darum, umsichtig und vorsichtig zu sein, um niemanden anzustecken. Aber manchen Zeitgenos­sen kommt das einfach nicht in den Sinn. Ständig jammern sie darüber, was sie alles nicht dürfen, worauf sie verzichten müssen und wie viele Freizeitvergnügen ihnen denn noch ge­nom­­men wer­den sollen. Empört beklagen sie die Beschränkung ihrer Grund­rechte. Zugleich sucht sich jeder sein kleines Schlupf­loch, um die Beschränkungen zu umgehen. Doch das geht klar und eindeutig an der Botschaft des Evangeliums vorbei. Denn in der Nachfolge Jesu Christi ist uns wohl bekannt, dass die Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen auch bedeutet, Opfer zu bringen, auf lieb gewordene Gewohnheiten zu verzichten, sich selbst zurückzu­nehmen und einander zu dienen. Das spüren wir eins zu eins auch im kirchlichen Alltag. Die Abstände, welche die Gläubi­gen in den Bänken einhalten sollten, sind zuletzt im­mer geringer geworden. Die Gruppenbildungen nach der Messe haben zugenommen. Das Anspruchsdenken bei Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten ist auf das alte Niveau angestiegen, ganz so, als hätte es Corona nie gegeben. Dabei sind es doch gerade diese Familienfeiern, die das Virus teilweise katapult­artig ver­brei­ten. Mittlerweile ist es Herbst geworden. Die Allerheiligen­ferien stehen vor der Tür. Die Gräber­segnungen werden größere Menschenmengen anziehen. Maske und Abstand sind hier obers­tes Gebot. Ich bitte Sie: Lassen Sie in all Ihren Sozialkontakten und Alltagstätigkeiten, innerhalb und außerhalb der Kirche, Umsicht und Vorsicht walten – aus Liebe zu Gott und zu Ihren Mitmenschen.

Ulrich Manz

Herrlichkeit in Ewigkeit – Meditationen über das Vater unser

Vater unser im Himmel

Vater unser im Himmel

“Das Wichtigste aber ist, dass die Beziehung zu Gott auf dem Grund unserer Seele anwesend ist. Damit das geschieht, muss diese Beziehung immer neu wachgerufen werden und müssen die Dinge des Alltags immer wieder auf sie zurückbezogen werden. Wir werden umso besser beten, je mehr in der Tiefe unserer Seele die Ausrichtung auf Gott da ist. Je mehr sie der tragende Grund unserer ganzen Existenz wird, desto mehr werden wir Menschen des Friedens sein. Diese unser ganzes Bewusstsein prägende Orientierung, das stille Anwesendsein Gottes auf dem Grund unseres Denkens, Sinnens und Seins, nennen wir das immerwährende Gebet.” (Joseph Ratzinger über das Vater unser) Weiterlesen