Madonna in den Trümmern

Madonna in den Trümmern 1945

Madonna in den Trümmern 1945

Es geschah im Jahr 1945. Der Zweite Weltkrieg hatte weite Teile der Stadt Köln am Rhein in Schutt und Asche gelegt. Auch von der Pfarrkirche St. Kolumba unweit des Kölner Doms waren nach dem letzten Großangriff nur kümmerli-che Mauerreste übriggeblieben. Als die ersten Überlebenden die Bombenkeller verließen und nach ihrer Kirche Ausschau hielten, trauten sie ihren Augen nicht.

Inmitten von gestürzten Säulen und zersplitterten Steinquadern ragte einsam ein Pfeilerrest in den freien Himmel. Und an diesem Pfeiler hing die Figur der spätgotischen Madonna von St. Kolumba. Der aus Ziegeln gemauerte Schutzmantel war geborsten und gab den Blick auf das Bildwerk frei. Die hohe Krone Mariens war abgeschlagen, aber sonst war das Standbild unversehrt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Nachricht unter den Gläubigen. Die Kölner gaben ihr den Namen Madonna in den Trümmern. Sie verkörperte nicht nur das alte, heilige Köln. Sie war auch ein Symbol der Hoffnung und der Überwindung des Todes. Bald wurde um die Madonna herum eine Kapelle gebaut. Sie lädt bis heute bei St. Kolumba zum Gebet ein und hat schon viele Gläubige in ihren Sorgen und Nöten getröstet.

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