Der Gnadenstuhl der göttlichen Dreifaltigkeit

Gnadenstuhl aus dem Landgrafenpsalter Stuttgart

Gnadenstuhl aus dem Landgrafenpsalter Stuttgart

Zeichen und Symbol für ein lebenslanges und unerschütterliches Gottvertrauen ist der so genannte Gnadenstuhl, der in der christlichen Kunst reich ausgestaltet worden ist. Der Gnadenstuhl zeigt Christus am Kreuz, dessen Querbalken von Gott Vater kraftvoll gehalten und mit dem Mantel der Barmherzigkeit überschattet werden. Über dem Vater und seinem Sohn schwebt die Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Der Gnadenstuhl ist zugleich auch eine bildhafte Zusammenfassung unseres Glaubens an die göttliche Dreifaltigkeit. Gott Vater ist der Gott über uns, wie es im aaronitischen Priestersegen heißt: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.” (Num 6, 24-26) Gott Sohn ist der Gott mit uns, wie der Prophet Jesaja gesagt hat: „Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns.” (Jes 7, 14; Mt 1, 23) Gott Heiliger Geist ist der Gott in uns, wie der Apsotel Paulus schreibt: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.” (Röm 5, 5) Wie von selbst mündet der Lobpreis des dreifaltigen Gottes ein in die Doxologie am Ende des eucharistischen Hochgebets: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.” Alle Dimensionen des Raumes und der Zeit sind also von Gott erfüllt: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.” (Ps 139, 5) Bei Gott ruhe ich an allen Tagen meines Lebens wie „in Abrahams Schoß.” (Lk 16, 22)

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