Viele Hände für ein neues Projekt

Gemeinsam stark: Reinhold Bittner, Ulrich Manz, Franziska Sperling, Pia Kollmar, Stefan Rößle, Ingrid Kollmar und Petra Wagner (von links) - Foto Julian Würzer

Gemeinsam stark: Reinhold Bittner, Ulrich Manz, Franziska Sperling, Pia Kollmar, Stefan Rößle, Ingrid Kollmar und Petra Wagner (von links) – Foto Julian Würzer

Es ist ein Zeichen der Begrüßung. In vielen Fällen gilt es auch als Pendant zur Unterschrift: der Handschlag. Landrat Stefan Rößle und Stadtpfarrer Dr. Ulrich Manz besiegelten so ein neues Projekt. In Kaasya, einer Gemeinde in Kenia, soll eine Oettinger Schule entstehen. Die Hälfte der Finanzierung steht bereits. Das wurde bei einer Informations-veranstaltung am Mittwoch im Oettinger Rathaus bekannt gegeben.

Es passierte während der Weihnachtsfeier des Oettinger Krankenhauses. An diesem Abend sei der Landrat ein wenig länger geblieben und diskutierte mit dem katholischen Stadtpfarrer. „Er wollte mich überzeugen Mitglied in der Bruderschaft St. Sebastian zu werden“, erzählt Rößle. Irgendwann im Laufe des Abends habe er eingelenkt, unter einer Bedingung: „Wenn ich Mitglied in der Bruderschaft werde, dann bauen wir dafür eine Schule in Afrika“, erzählt Rößle. Die beiden besiegelten das Vorhaben an der Weihnachtsfeier mit einem Handschlag. Der gilt bis heute und soll nun in die Tat umgesetzt werden.

Zehn Schulen für Afrika will der Landkreis Donau-Ries bis 2020 bauen und so einen Beitrag zur Entwicklungshilfe leisten. Das Projekt wird zusammen mit der Stiftung Fly & Help und der Reiseorganisation Depart durchgeführt. Die Schule in Kaasya ist bereits das zwölfte konkrete Schulbauprojekt, das mit Spenden aus der Region umgesetzt wird.

Mit Franziska Sperling gibt es eine neue Koordinatorin für kommunale Entwicklungszusammenarbeit. Sie wird sich unter anderen um das Projekt kümmern. Sie glaubt, dass es nicht die letzte Schule sein wird, die gebaut wird. „Die Motivation der Menschen für die Schulen in Afrika ist groß, deshalb sind weitere Vorhaben sehr gut denkbar“, sagt Sperling. Die Auswahl der Schulbauten, wie auch der in Kaasya ist an vier Bedingungen geknüpft: Die Kommune in Afrika soll sicherstellen, dass in den nächsten 20 Jahren Lehrkräfte gestellt werden können. Außerdem soll die Kommune im Besitz des Schulgrundstücks sein. „Korruption darf in den Ländern keine Rolle spielen und eine größere Organisation muss als Schirmherr vor Ort das Projekt begleiten“, sagt Sperling.

In Kaasya, seien die Bedingungen erfüllt. Das Gebäude ist dort bereits vorhanden. „Die hygienische Situation muss allerdings noch verbessert werden“, sagt die Koordinatorin. Der Landkreis sammelt dafür 53 500 Euro. Mehr als die Hälfte steht bereits. Das Fundament von 20 000 Euro steuert die Familie Kollmar aus Oettingen bei. Weitere 7000 Euro setzen sich aus kleineren Spenden zusammen.

70 Mädchen und 79 Buben dürfen künftig in Kaasya zur Schule gehen. Neun Lehrkräfte kümmern sich um die insgesamt 149 Schüler, die bis zum achten Schuljahr unterrichtet werden sollen. Das entspricht der Grundschulbildung in Kenia. „Das ist der Garant für die richtige Basis in Kenia“, sagt Landrat Rößle.

Vor zwei Wochen wurde die Schule in Burkina Faso des Projekts 10 Schulen für Afrika eingeweiht. Landrat Stefan Rößle war damals selbst vor Ort.

Julian Würzer

 

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