Ökumenischer Seniorenausflug zur Augsburger Synagoge

Augsburger Synagoge - Foto Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben

Augsburger Synagoge – Foto Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben

Ein besonderer Höhepunkt der Seniorenkreise von St. Jakob und St. Sebastian in Oettingen ist die alljährliche Halbtagesfahrt im Septem­ber. Heuer hat das neue Leitungsteam des Seniorenkreises St. Sebastian das Jüdische Kultur­museum Augsburg-Schwaben als Reise­­ziel ausgewählt. Der Reisebus war am 20. September 2018 mit 58 Teilnehmern restlos ausgebucht. Wir danken Irmhild und Willi Stehmann zusammen mit Franz Eisenbarth, dass sie den Ausflug so schön und kompetent organisiert haben. Die geistliche Begleitung lag mit den Pfarrern Uli Tauber und Uli Manz, auch bekannt als „Napalm-Duo“, in bewährten Händen. Während die Busfahrt mit einem Potpourri aus beliebten Volksliedern und dem Abendessen in der Alten Brauerei Mertingen sehr kurzweilig gestaltet wurde, vermittelte der Besuch in der Synagoge einen sehr würdevollen, kunstreichen und informa­ti­ven Eindruck. In der Beschreibung des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben, das die Senioren­­kreise ebenfalls besucht haben, heißt es: „Zu den herausragenden Baudenkmälern Augs­burgs gehört die Synagoge in der Halder­straße. Der Monumental­bau vom Anfang des 20. Jahrhun­derts ist ein eindrucksvolles Zeugnis deutsch-jüdischer Kultur, ein heraus­ragendes Dokument jüdischer Geschich­te in Bayern und – nach der Vernichtung der jüdischen Gemeinde in der NS-Zeit – heute wieder das Zentrum einer durch den Zuzug von Juden aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sprunghaft gewachsenen Kultus­gemeinde mit über 1.600 Mitgliedern. Zwischen 1974 und 1985 wurden die Schäden der Pogromnacht beseitigt und der Kultraum wieder­hergestellt und ein­ge­weiht. Seitdem beherbergt der Bau zudem in seinem Westtrakt das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben, das 1985 als erstes selbstständiges jüdisches Museum in Deutschland nach dem Krieg gegründet wurde. Der überkuppelte Zentralbau entstand zwischen 1913 und 1917. Den Betenden bietet sich wie auch den Besuchern des Museums von der Frauenempore aus ein Raum von überwältigender Schönheit. Über einem Zentralraum in Form eines byzantinischen Kreuzes mit vier tonnen­gewölbten Kreuz­armen erhebt sich eine 29 Meter hohe Kuppel. Grüngoldenes Mosaik ver­klei­det die zur Bauzeit hochmoderne Konstruktion aus Eisen­beton. Aufwändige Maßwerkfenster, der dop­pel­te Fensterkranz der Kuppel und vier Kugellampen aus Messing tauchen ihn in ein gedämpftes, mystisches Licht. Unge­wöhn­lich ist die reiche ikono­graphische Ausstattung mit farbigem Mosaik über dem Tora-Schrein, bildlicher Darstellung der Hohen Feiertage in den fünf Medaillons am Ostbogen und der zwölf Stäm­me an den Emporen­brüstungen sowie den vier Stuckreliefs, die den Übergang von der Kuppel zum Zentralraum füllen und die Tora als Baum des Lebens deuten. Verbunden werden sie durch zahlreiche Bibelzitate in hebräischer Schmuckschrift.“

Ulrich Manz

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